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Das Herz der gut 5200 Einwohner zählenden Stadt ist der dreieckige Marktplatz mit dem Schweinebrunnen, dem Rathaus im neugotischen Stil und der alten Apotheke. Vor der Apotheke zeugen Granitsäulen von alten Zeiten.
Hier wurden früher die Pferde angebunden. Die Kirche St. Nikolai stammt aus dem Jahre 1510. Bredstedt selbst wurde erstmals 1231 erwähnt.
Jedes Jahr gibt es zwei besondere Veranstaltungen: das Kinderfest vor den Sommerferien und die Markttage Anfang August. Im Sommer ist das beheizte Erlebnisbad beliebtes Ziel von Einwohnern und Urlaubern. Das Naturzentrum informiert mit großen Dioramen über verschiedene Landschaftypen Nordfrieslands.
Auf einer Stadtführung können Sie viel über das alte Bredstedt erfahren und schöne Plätze entdecken - abseits der langen Einkaufsmeile mit kleinen Fachgeschäften, Cafes und Lokalen. Der historische Wanderweg führt Sie in die reizvolle Umgebung und in den Quickhorner Wald mit Trimm-dich-Pfad und Tennisplatz.
Bredstedt kann man auch mit der Bahn erreichen Bredstedter Marktplatz Ein Wahrzeichen der Stadt - der alte Wasserturm Spiel und Spass im beheizten Erlebnisbad
Die Spar-und Leihkasse in Bredstedt
kann wohl als einzige in Deutschland ein Rathaus ihr eigen nennen. Der ältere Gebäudeteil (rechts) wurde 1891 - 94 in neogotischen Stil errichtet. Den Eckturm zieren zwei Figuren (Glück und Wohlstand), den linken Nord-Giebel die Wappen Nordfrieslands, Bredstedts und Schleswig-Holsteins. Der Giebel am Anbau von 1930 (links) paßt sich den alten Häusern am Markt an. Die 1840 gegründete Sparleika ist eng mit der Geschichte Bredstedts verknüpft. Sie unterstützt gemeinnützige, soziale und kulturelle Aktivitäten. Der Stadtpark mit Mühlenteich ist im Eigentum der Sparkasse.
Die alte Apotheke
1611 als Wohnhaus vom Hardesvogten Urban Pauls errichtet und somit nach der Kirche das älteste noch erhaltene Gebäude der Stadt. Die Granitstelen vor dem Eingang tragen seine Initialen "U.P. 1626". Christian IV., König von Dänemark (1588-1648), war mehrmals Gast in diesem Hause. Auch später wohnten hier Hardes- und Landvögte. Bereits im 17. Jahrhundert ist in Bredstedt eine Apotheke nachweisbar; in diesem Gebäude durchgängig seit 1797. Das Haus wurde 1971 grundlegend umgestaltet.
Haus der Landvögte
Hier wohnten im 18. Jahrhundert Landvögte, die obersten Beamten der Nordergoesharde. Der Landschreiber Lorenz Jakob Clausen ließ bei einem Neubau des Hauses 1743 seine Familienwappen in das Portal einsetzen; sie befinden sich an der Westwand. Ihm folgten u.a. die Landvögte v. Brockdorff, von Kleist und der Amtmann von Blücher. Das Haus in seiner jetzigen Form mit dem schön geschwungenen Giebel wurde 1935/36 erbaut.
Alte Pumpe
Bis 1950 standen an mehreren Stellen in Bredstedt öffentliche Pumpen, die den Bedarf der Menschen an gutem Wasser befriedigten. Für die Unterhaltung waren "Pumpengemeinschaften" zuständig. Dieser Nachbau, der durch großzügige Spenden von Hans-Eberhard Eichweber (Südafrika) und Bredstedter Bürgern ermöglicht wurde, soll an diese Zeit erinnern. Die Bredstedter Handwerker Günther Paulsen (Holzarbeiten), Wilhelm Gries (Metallarbeiten) und Uwe Breckling (Malerarbeiten) haben den Pumpennachbau unentgeltlich angefertigt. Die Pumpe steht vor einem der letzten Giebelhäuser am Markt, wie sie früher das Ortsbild prägten.
Alte Tabakfabrik
Die Tabakfabrik Preisler war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der größte Arbeitgeber in Bredstedt. Sie versandte bis 1960 Tabak und Zigarren in ganz Deutschland. Die Anlage in der heutigen Form entstand in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg. Das Wohnhaus mit Kontor ließ Inhaber Bruno Preisler 1911 grundlegend umbauen. In den Gebäuden befinden sich seit der Sanierung (1993/97) das Forstamt Nordfriesland sowie Wohnungen und Geschäfte.
Alte Volksschule, jetzt Nordfriisk Instituut
Errichtet 1871 mit klassizistischen Stilelementen, mit zunächst sechs, später acht Klassenräumen. Nach dem Bau der neuen Grund-und Hauptschule 1967 diente das Gebäude der Realschule und bis 1984 für Lernbehinderte. 1989/90 aus Mitteln des Westküstenprogramms des Landes Schleswig-Holstein umfassend renoviert und von störenden Anbauten befreit, ist das Gebäude seitdem Sitz des Nordfriisk Instituuts, das sich um die Pflege und Erforschung der nordfriesischen Sprache, Geschichte und Kultur bemüht.
Kirche St. Nikolai
Seit 1462 besaß Bredstedt eine vom Breklumer Priester betreute Kapelle. Sie wurde 1511 erweitert und um 1535 eine eigenständige Kirche. Die St. Nikolai-Kirche ist eine spätgotischer Ziegel- und Feldsteinbau. Auf dem Kirchhof wurden 1462 bis 1870 die Toten bestattet. Seitdem wird der neue Friedhof in wenigen 100 Metern Entfernung genutzt. Felssteine mit Initialen, Hausmarken und Jahreszahlen befinden sich an dem Wall an der Süderstraße, alte Grabmale südlich der Kirche. Der Torbogen (Stegel) im Westen wurde 1729 errichtet. Den Kirchhof umgibt eine - nicht mehr vollständige - Lindenallee. An die Gefallenen der Weltkriege erinnern ein Granitblock mit Helm (1921) und eine Gedächtnishalle an der Südseite der Kirche (1956). Das Gemeindehaus wurde 1963 errichtet. Schräg gegenüber der Kirche befindet sich in der Süderstraße das 1890 erbaute Pastorat.
Alte Mittelschule, jetzt Bürgerhaus
Der Backsteinbau von 1913 ist ein herausragendes Beispiel für den "Heimatschutz", der sich gegen die als überladen empfundene Architektur des wilhelminischen Zeitalters wandte. Der Bau einer Mittelschule (später Realschule) entsprach den Bemühungen des kleinstädtischen Bürgertums um weiterführende Bildung. 1933-1945 trug die Schule den Namen "Adolf-Hitler-Schule". Nach Errichtung der neuen Realschule 1975 wurde das Gebäude von Lernbehinderten genutzt. Seit 1989 dient es als Bürgerhaus und beherbergt u.a. die Bücherei.
Friedhof
Ursprünglich wurden die Toten an der St. Nikolai-Kirche bestattet. Aus Platzgründen legte man 1871 einen neuen Friedhof an. In der Mitte wurde eine "Friedenseiche" gepflanzt, die an die Gründung des Deutschen Reichs 1871 erinnert. Westlich davon erhebt sich eine Doppeleiche, gesetzt 1898 am 50. Jahrestag der schleswig-holsteinischen Erhebung. Der Friedhof wurde mehrfach vergrößert. Die 1912 eingeweihte, später erweiterte Kapelle erhielt 1957 eine eigene Glocke. Gedenkstätten auf den Friedhof erinnern an Opfer der Weltkriege, hier bestattete Kriegsgefangene und das Schicksal der Heimatvertriebenen.
Bahnhof
Errichtet 1887 am Ortsrand als Station der "Marschbahn" zwischen Hamburg und Ribe an der damaligen Nordgrenze des Deutschen Reiches. Wie der Bahnhof selbst wurde auch die zum Ortskern führende Bahnhofstraße möglichst repräsentativ gestaltet. In Bahnhofsnähe siedelten sich Wirtschaftsbetriebe an. Von der Bundesbahn zum Abriß freigegeben, wurde das Gebäude 1986 unter Denkmalschutz gestellt und zunächst von der Stadt Bredstedt erworben. Dank privater und städtischer Initiative konnte der Bahnhof neuen Nutzungen zugeführt und 1989 völlig restauriert werden.
Ulmenhof
1903 vom Tierarzt Lorenz Nissen erbaut, diente ihm dieses Anwesen als Wohnung und Praxis. Nach seinem Tode gründeten seine Erben 1938 eine Stiftung. Diese trug zum Gedenken an den 1914 gefallenen Sohn den Namen "Broder-Lorenz-Nissen-Stift". Sechs Wohnungen gaben hier bedürftigen älteren Bredstedtern Unterkunft. Als das Haus später durch die Erträge aus der Verpachtung des Landes und Zuschüsse der Stifter nicht mehr unterhalten werden konnte, wurde es verkauft. Der Erlös floß 1986 in den Neubau von Rentnerwohnungen in der Theodor-Storm-Straße. 1990 wurde das Haus renoviert und zu einem Hotel-Restaurant "Ulmenhof" umgebaut.
Magnussenhaus
Geburtshaus des Kunstmalers Christian Carl Magnussen(1821-1896). Das Gebäude wurde 1794 in dieser Größe gebaut. Im 19. Jahrhundert diente es vorübergehend als Post und Landwirtschaftsschule. Es wurde 1989/90 in Anlehnung an die ursprüngliche Gestaltung durch private Initiative grundlegend restauriert.
Stockhaus
Wohl schon um 1530 stand hier das Stockhaus(Gefängnis) der Nordergoesharde. Gemauerte Bänke und Eisenringe im Keller erinnern heute daran. 1823 wurde das Haus verkauft und bis 1965 war darin ein Kaufmannsladen. Ein Urenkel des Kaufmanns ließ das Anwesen 2000 renovieren.
Brücke am Hollebek
Der Hollebek hat für Bredstedt große Bedeutung. Hier gefundene Werkzeuge aus der Steinzeit deuten auf erste Siedlungen hin. Der Bereich am Unterlauf ("de brede Städ = die breite Stätte") soll Vorlage für den Ortsnamen sein. Eine zunächst aus Holz gebaute Brücke über dem Hollebek wurde in das Wappen der Stadt übernommen.
Alte Wassermühle
Die Wassermühle wurde 1483 erstmals erwähnt. Schon lange vorher dürfte der Mühlenteich aufgestaut worden sein. Sie war königlich, also staatlich und wurde meistbietend verpachtet. Um den Pächter sichere Arbeit zu geben, bestand ein "Mühlenzwang", der erst 1853 aufgehoben wurde. Danach wurde die Mühle verkauft. Das jetzige Gebäude ließ der Müller August Jochimsen 1890 in zeittypischen Stil errichten. Bis 1927 war ein Wasserrad in Betrieb, und noch in der Nachkriegszeit wurde hier Korn gemahlen.
Altes Zollhaus
1845 als Nebenhaus der Dienstwohnung des Landvogts Johann Carstens errichtet. Nach 1850 wurde es als Packhaus des königlichen Zollamtes genutzt. Hier lagerten zumeist eingeführte und mit Abgaben (Zoll) belegte Waren. In Bredstedt gab es bis 1876 königliche Zollverwalter, die vor allem zur Zeit der Salzsiedelei für die Steuererhebung zuständig waren. Nach dem Bau der Mittelschule 1913 wurde das Haus Dienstwohnungen des Rektors, später des Hausmeisters.
Clementinische Stiftung
Von Anton Clement (Landvogt 1694-1711) dem Flecken Bredstedt testamentarisch vermachtes Armenhaus 1720 aus dem gestifteten Kapital von 5000 Reichstalern fertiggestellt, war das Gebäude zur Aufnahme von 8 Witwen aus den unteren Ständen eingerichtet. Nach Renovierung 1987 durch die neuen Eigentümern dient das Haus weiterhin als Rentnerwohnheim.
Naturzentrum (Alte Landwirtschaftsschule)
1897 errichtet als landwirtschaftliches Ausbildungszentrum für Nordfriesland und die schleswigsche Geest. Getragen vom nordfriesischen landwirtschaftlichen Verein, war die Schule eine der ersten ihrer Art in Schleswig-Holstein. In der Theodor-Storm-Straße entstand 1952 ein Neubau. Dieses Gebäude diente danach als Außenstelle der Kreisberufsschule. Mit der Eröffnung des Naturzentrums 1976 wurde es einer neuen Verwendung zugeführt. Zusammen mit dem Bahnhof und der Bebauung der Bahnhofstraße bildet das Haus ein Ensemble im Stil der wilhelminischen Architektur jener Zeit.
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