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Die Gemeinde Reußenköge erstreckt sich auf einer Länge von ca. 12 km an der Nordsee. In 6 Kögen mit einer Fläche von ca. 3600 ha leben 365 Menschen. Durch ihren Status als amtsfreie Gemeinde ist sie die kleinste unabhängige kommunale Körperschaft Deutschlands.
Der Norden des Beltringharder Kooges und die Hamburger Hallig sind Teile der Gemeinde. Dort laden zwei Badestellen zum Bad in der Nordsee ein. Es gibt keinen Ortskern. Die Köge sind geprägt von großen Einzelgehöften mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung und zahlreichen Windkraftanlagen. Einige dieser Höfe verfügen über einladende Ferienwohnungen.
Im Sönke-Nissen-Koog traf sich 1939 eine hochrangige englische Delegation mit Hermann Göring, um den 2. Weltkrieg zu vermeiden. Leider wurde erfolglos Geschichte geschrieben.
Der Wind ist ständiger Begleiter bei Ausflügen jeder Art Hof `op`e Barg` im Sönke-Nissen-Koog Schafe halten das Gras auf den Deichen kurz Von einem Koog in den nächsten
Sönke-Nissen-Koog
Der Sönke-Nissen-Koog wurde 1924 bis 1926 eingedeicht und in den folgenden Jahren variationsreich und dabei zugleich stilistisch einheitlich bebaut. Die Entwürfe für die Gebäude stammen von den Architekten Heinrich Stav unter Mitwirkung des Kulturamtes Flensburg und des Schleswig-Holsteinischen Vereins für Heimatschutz. Der Architekt selber benennt drei Kriterien, die er beachten und erfüllen wollte:
1. Harmonie mit der Landschaft
2. Anknüpfung an einen entsprechenden Baustil
3. Zweckmäßigkeit in der räumlichen und technischen Durchbildung
Aufgrund der fehlenden Tragfähigkeit des Bodens und der erforderlichen Größe wählte er die zu der Zeit ungewöhnliche Holzkonstruktion mit einer Verkleidung aus Blech. Die farbliche Gestaltung der grünen Dächer und der überwiegend weißen Wände gibt dem gesamten Koog ein einheitliches Bild. Sieben Gebäude gehörten den Erben des Namensgebers Sönke Nissen. Sie wurden im Gedenken an Nissens Zeit als Eisenbahningenieur in Deutsch-Südwestafrika - heute Namibia - nach afrikanischen Bahnstationen benannt:
- Keetmanshoop
- Seeheim
- Karrasland
- Kalkfontein
- Kolmanskuppe
- Lüderritzbucht
- Elisabethbay
Im Jahre 2005 wurden 24 Gebäude unter Denkmalschutz gestellt.
Sönke-Nissen-Koog, Hof Elisabethbay
1927 wurde der Hof Elisabethbay als siebtes Nachlaßgebäude errichtet. Das Wohnhaus wurde wesentlich aufwändiger und größer gestaltet, um der Witwe Sönke Nissens und ihrem Sohn angemessenen Raum für Besuche und Sommeraufenthalte zu bieten. Außerdem gab es Überlegungen, kulturellen Veranstaltungen und Empfängen Platz zu geben. Der Hof wurde an den Bruder von Frau Nissen, Hans Rabe, verpachtet und später von ihm erworben. Er ist heute noch im Besitz der Familie Rabe. Die Witwe Sönke Nissens heiratete in zweiter Ehe den schwedischen Industriellen und Diplomaten Birger Dalerus. Am 7. August 1939 initiierte Dalerus ein Treffen Hermann Görings mit einer hochrangigen englischen Delegation, um den Ausbruch des 2. Weltkrieges zu verhindern.
Die Geschichte hat leider gezeigt, dass dieser Versuch gescheitert ist.
Hamburger Hallig
In den Jahren 1624 bis 1628 wurde das Voglsbüller Vorland vor der Insel "Alt-Nordstrand" von zwei Hamburger Kaufleuten, den Gebrüdern Arnold und Rudolf Amsinck, als fruchtbares Weide- und Ackerland bedeicht und Amsinck-Koog genannt. Sie errichteten in ihrem Koog eine Warft und bauten darauf ein stattliches Haus. Die als "Grote Mandränke" bekannt gewordene verheerende Sturmflut des Jahres 1634 zerstörte "Alt-Nordstrand" zu großen Teilen. Die Inseln Nordstrand, Pellworm, die Hallig Nordstrandischmoor und Reste des Amsinck-Kooges mit der Warft blieben bestehen. Trotz großer Anstrengungen der Gebrüder Amsinck ging im 17. Jahrhundert der Deichschutz des Amsinck-Kooges verloren. Der Koog verwandelte sich in eine Hallig.
1875 wurde die erste Festlandsverbindung zur Unterstützung der Vorlandbildung hergestellt.
Schon 1930 wurde die Hamburger Hallig als wichtiger Lebensraum für Brut- und Rastvögel unter Naturschutz gestellt. Sie gehört seit 1985 zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Heute ist die Hamburger Hallig ein beliebtes Ziel für Badegäste, Ausflügler und Naturfreunde. Eine Gastwirtschaft lädt zur Einkehr ein.
Vogelbeobachtungsstand im Beltringharder Koog
Kurz hinter dem ehemaligen Seedeich des Cecilienkooges befindet sich auf der Nordseite der Straße nach Lüttmoorsiel ein Unterstand zur Beobachtung von Vögeln. Durch einen gut getarten Zugang erreicht man den Raum, ohne dass rastende oder brütende Vögel gestört werden. Detaillierte Beschreibungen und Bilder der gefiederten Gäste machen dem Naturfreund die Zuordnung leicht.
Windenergie
Die Gemeinde Reußenköge ist unübersehbar bebaut mit modernsten Windkraftanlagen, 71 Stück an der Zahl. Alle 71 im Eigentum von fünf Betreibergesellschaften, die sich aus Bewohnern und Landeigentümern der Gemeinde bildeten. Die "großen" Anlagen haben eine Höhe von 99.99 m bis zur Flügelspitze. So konnte man die bei 100 m vorgeschriebene Beleuchtung vermeiden. Die jährlich erzeugte Strommenge reicht aus, um den Haushaltsstrom des Kreises Nordfriesland für 24 Monate zu sichern.
Besichtigungen der Anlagen werden während der Sommermonate angeboten. Eine Besteigung ist aus versicherungsrechtlichen Gründen nicht möglich.
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